Wichtige Hilfe für einen armen Staat

Nepaltag in Wesel - am Tag, als das Erdbeben das Land in die Katastrophe stürzte

Wesel. Der Tag war lange geplant und niemand konnte ahnen, dass an diesem Wochenende ein schweres Erdbeben Nepal heimsuchen würde. Die Organisatoren des Nepaltags boten dennoch das, was sie sich vorgenommen hatten: typisch nepalesisches Essen, Kunsthandwerk und Tänze sowie einen Vortrag eines Weltenbummlers, der von seiner Reise zum Dalai Lama erzählte. Organisator der Veranstaltung in der Aula der Musik- und Kunstschule war der Verein Kulturstein. Im Mittelpunkt stand dabei der Verein Ganesh-Nepalhilfe, der über sein Projekt für behinderte Kinder in Nepal informierte.
"Wir haben das nepalesische Neujahrsfest zum Anlass für den Nepal-Tag genommen", sagte Kulturstein-Vorsitzender Detlev Nowak. Es dann am 13. April statt. Zwei nepalesische Mädchen führten auf der Bühne landestypische Tänze auf, die Neujahrsglück bringen sollen. In landestypischen, bunten Kostümen präsentierten sie die "Lok Nritya".

An einem Stand bot Dori Grosspietsch-Rindle, eine kleine Auswahl nepaleischer Produkte an, die sie über ihren Fair-Trade-Handel vertreibt. "Sie stammen aus verschiedenen Werkstätten mit deinen wir schon jahrelang zusammenarbeiten", sagte sie. Sie kauft dort nicht nur ein, sondern fördert auch die Frauenprojekte, die die Werkstätten betreiben. Für den Einkauf werden fünf Prozent über Preis bezahlt. Dieses Plus wird in die Krankenvorsorge der Arbeiterinnen gesteckt. Ein- bis zweimal im Jahr fährt sie nach Nepal, arbeitet in den Werkstätten mit und entwickelt Muster für neue Produkte. Neben dem Fair-Trade-Shop führt Dori-Grosspietsch-Rindle mit Ehemann Thomas den Verein Ganesh-Nepalhilfe. Über ihn zu informieren und ihn bekannter zu machen war ebenfalls ein Anliegen.

Kaum Resonanz
"Wir unterhalten das einzige Projekt für Kinder mit schwerst-mehrfachen Behinderungen", so Dori Grosspietsch-Rindle. Dieses Projekt ist ein Heim in Kathmandu für Kinder mit eben diesen Behinderungen. "Uns geht es darum, ihnen ein Zuhause zu geben", so die engagierte Helferin. Das Problem sei, dass die Eltern behinderter Kinder sie nicht betreuen können, weil sie jeden Tag arbeiten müssen, um zu überleben. "Die Kinder werden dann zum Beispiel den ganzen Tag im Keller eingesperrt oder einfach im Krankenhaus abgegeben und nicht mehr abgeholt. Wir haben einen Jungen dabei, der acht Jahre lang gefesselt war. Er war ganz blass, weil er dadurch einen Vitamin-D-Mangel hatte."

Großes Interesse an der Veranstaltung schien nicht zu bestehen. Nur rund 15 Leute waren in die Musikschule gekommen. eine Erfahrung, die Dori Grosspietsch-Rindle nicht zum ersten Mal machte: "Tibet und Indien sind sehr bekannt und populär, Nepal nicht. Die meisten wissen nur, dass Nepal irgendwo dazwischen liegt, manche nicht einmal, dass es einen Unterschied gibt."

Spende der Freimaurerloge

Im Rahmen des Nepal-Tagesbekam der Verein Ganesh-Nepalhilfe einen großen Scheck  über 1000 Euro von der Freimaurerloge "Zum Goldenen Schwerdt" überreicht. Aus dieser ist nämlich der Verein Kulturstein hervorgegangen. Das Geld könnte die Nepalhilfe zum Beispiel in das neue Heim stecken, das aktuell noch gebaut wird. Wenn es fertig ist, soll neben den bisherigen Plätzen für drei Jungen auch Platz für Mädchen sein.

 

Zum Artikel [NRZ Nepaltag Spende 25.04.2015]

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