Architektur

Wenn man Bilder von Kathmandu sieht, so werden einem oft die Tempelanlagen am Durbar Square gezeigt: Pagodenförmige mehrstöckige Tempelbauten mit kunstfertigen Schnitzereien.

 

 

Traditionelle Architektur im Kathmandutal

Beim traditionellen Wohnhaus der Newari (ethnische Gruppe aus dem Kathmandutal) wird die Außenwand aus Fachwerk aus gebrannten Ziegeln und Holz gebaut. Im Innenbereich sind die Wände aus getrockneten Lehmziegeln. Die Fensterrahmen sind aus geschnitztem und verziertem Holz ohne Fensterglas, mit nur einer Gardine zum Schutz vor Kälte und Regen.
Die Gebäude sind meist zwei- bis dreistöckig und große Dachüberstände schützen vor dem Monsunregen.

Das Wohnhaus und sein Grundriss
Das gewöhnliche Haus hat einen rechteckigen Grundriss und ist fast immer 6 m tief. Die Länge hängt von der Größe des Grundstücks und der Verfügbarkeit der Rohmaterialien ab.
Meist sind die Gebäude jedoch zwischen 4-8m lang.
Durch kleine Grundstücke und finanzielle Notstände hat sich die Bauweise immer mehr in die Höhe als in die Länge orientiert. So sind auf dem Land die Häuser fast immer zweigeschossig,  in der Stadt 3-4stöckig.
Bei der Erweiterung der Wohnfläche werden oft ähnliche Häuser an das Vorhandene angebaut, um einen Innenhof entstehen zu lassen.
Im Erdgeschoss befinden sich kleine Geschäfte und manchmal deren Lagerräume. In den oberen Geschossen wird gewohnt.

Innenhof
Die Absicht jedes Clans oder Familie ist es, ein Haus mit abgeschlossenem Innenhof zu errichten.  Oft jedoch werden von verschiedenen Familien die zu errichtenden Gebäude so entworfen, dass sich die Gebäude um einen Innenhof anreihen, wobei ein Wohnhaus den überdachten Zugang zu der Straße liefert.
Die Treppenhäuser werden meist in die Ecken der Gebäude gelegt und führen jeweils zu Räumen, die miteinander verbunden sind.
Da die Größe und die Ausstattung der eigentlichen Räume nur begrenzte Nutzungsmöglichkeiten bieten, hat der Innenhof eine große Bedeutung im Alltag der newarischen Familie.
Im Innenhof wird die Wäsche gewaschen und getrocknet und das Getreide gesäubert und gemahlen. Man trifft sich hier mit Freunden und Nachbarn, und die großen Familien kochen und nehmen hier auch ihre Mahlzeiten gemeinsam zu sich. Die Kinder nutzen den Innenhof als Spielraum und die älteren Menschen können sich vor allem in den Wintermonaten in dem geschützten Innenhof in die Sonne setzen.

Pati, the public Resthouse
Seit Jahrhunderten ist das Pati ein Rasthaus, welches Pilgern und Reisenden in ganz Nepal und Indien zur Verfügung steht.
Aber das Pati wird auch von der Dorfgemeinschaft genutzt, hauptsächlich als Treffpunkt, aber auch als Ruheplatz, zum Schutz vor der Sonne oder dem Regen. Hier kann die Ernte von Sand und Steinen gesäubert oder die Wäsche gewaschen werden.

Grundriss
Das Pati hat einen quadratischen oder rechteckigen Grundriss und wird auf eine erhöhte Plattform gebaut und ist entweder an ein Haupthaus angebunden (Pati Sattal)oder freistehend (Pati Mandapa). Während das Pati Sattal hauptsächlich für Pilger und Reisende als Unterkunft genutzt wird, ist das Pati Mandapa ein offener Pavillon, der hauptsächlich von den Dorfbewohnern als Treffpunkt genutzt wird.
Dieses Pati wird immer in die Nähe vom Dorfzentrum oder in Innenhöfe gesetzt, um möglichst vielen Bewohnern des Dorfes zur Verfügung stehen zu können.

Grundriss des Pati Mandapa
Auf der erhöhten Plattform, die verhindern soll, dass der Monsunregen den Boden erreicht, tragen geschnitzte Holzsäulen das Dach. Das Dach kann pagodenförmig aber auch ein einfaches Satteldach sein.
Die Plattform ist mit Holzdielen belegt oder auch mit glatten Tonziegeln verlegt.

moderne Bauweise
Heute ist das Kathmandutal fast durchgehend dicht mit mehrstöckigen Häusern bebaut.
Auf ein Fundament wird ein Gerippe aus stahlbewehrten Betonpfeilern und Geschossen hochgezogen. Die Wände werden dann mit Ziegeln ausgefächert.

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